Sonntag   19. September 2010  |   11 – 15 Uhr

ART-Brunch
im Atelier Karola Hinckel

Christof Hinckel stellt sein Musikprojekt für Kamerun vor

In Zusammenarbeit mit dem Kamerun4ArfrikaClub e.V. dessen Aufgabe es ist, Kindern und Jugendlichen durch Stipendien den Zugang zu Bildung und Ausbildung zu ermöglichen, habe ich das Projekt “MIK” Musik Initiative Kamerun ins Leben gerufen.  Wir haben einen Kinder- und Jugendchor gegründet, der von qualifizierten Chorleitern begleitet wird und traditionelles Liedgut des Landes einstudiert. Ich werde im Februar 2011 nach Kamerun fliegen und die Darbietungen des Chores tontechnisch aufnehmen. Der Erlös aus dem verkauf der CDs fließt zu 100% in diese Projekte. Ich freue mich, Ihnen das Projekt vorstellen zu dürfen – Christof Hinckel.

vierteljährlich treffen sich Kunst- und Kulturschaffende im Atelier Karola Hinckel zum Brunch und zu Diskussionen über Themen der Kunst und Kultur im Spannungsfeld künstlerischer, sozial-politischer, philosophischer und interdisziplinärer Fragestellungen. Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Architektur, Musik, Sprachkunst, Philosophie, Padagogik… Sehr begrenzte Teilnehmerzahl – bitte unbedingt rechtzeitig anmelden und was Leckeres mitbringen!

Atelier Karola Hinckel
Langstraße 3
D-65558 Gückingen
+49-0-6432-801199 oder info@kh-art.de

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Samstag 18. und Sonntag 19. September 2010  |  14 – 19 Uhr

Künstler öffnen ihre Ateliers

unter der Schirmherrschaft des Berufsverbandes der bildenden Künstler Rheinland-Pfalz öffnen in jedem Jahr bildende Künstler aller Disziplinen ihre Ateliers für interessierte Besucher. Das Atelier von Karola Hinckel zeigt aktuelle Arbeiten und eine ständige Ausstellung. Die Künstlerin ist anwesend und beantwortet gerne Ihre Fragen.

Titel:  No matter

Atelier Karola Hinckel

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Langstraße 3,   D-65558 Gückingen
Tel.: +49 – 0 – 6432-801199
info@kh-art.de

Platon 428/27 – 348/47

Platon (Plato), eigtl. Aristokles, *Athen (oder Ägina) 428 oder 427, †Athen 348/347, griech. Philosoph. Schüler von Sokrates; gründete etwa 387 die Akademie in Athen- Von seinen fast vollständig erhaltenen Schriften in Dialogen, in denen meist Sokrates das Gespräch führt, sind ›Apologia‹, ›Symposion‹ (Gastmahl), ›Phaidon‹, ›Politeia‹ (Staat) und ›Timaios‹ die wichtigsten. Platon benutzte darin die Sokratische Dialektik als Weg zur Erkenntnis des Schönen und Guten und der ›Ideen‹, des sich im Gegensatz zum sinnlich Wahrnehmbaren niemals Ändernden. Nur in Bezug auf die Ideen ist gesichertes Wissen möglich, im Bereich der Sinnenwelt gibt es nur ›Meinung‹. Damit begründete Platon zugleich Logik und Metaphysik. Sein logisches Schlussverfahren soll zur Wiedererinnerung führen, da die unsterbliche Seele vor der Geburt im Raum der ewigen Ideen lebte, durch Leiblichkeit und Triebe jedoch gehemmt ist. Ihre Läuterung vollzieht sich ähnlich der pythagoreischen Seelenwanderung. Um auf Erden die Tugenden zu verwirklichen, erhofft Plato die Realisierung eines Idealstaats, den Philosophen leiten, ›Wächter‹ schützen und ein dritter Stand ernährt. Plato fordert u.a. eine verantwortliche Erziehung, Euthanasie und das Verbot von Privateigentum- Bed. Nachwirkung auf MA und Neuzeit (Neuplatonismus).

Exzerpt aus „Der Staat“ (Politeia)

Das Höhlengleichnis

Platon spricht: … Weiterhin sprach ich, magst du dir den Unterschied, der im Zustand unserer Naturanlage besteht, je nachdem sie gebildet oder ungebildet ist, durch folgendes Beispiel veranschaulichen lassen.

Stelle dir Menschen in einer höhlenartigen unterirdischen Behausung vor, die die ganze Höhle entlang einen aufwärts gegen das Licht geöffneten Zugang hat. In dieser sind sie von Kindheit an gefesselt an Hals und Schenkeln, so dass sie auf dem selben Fleck bleiben und auch nur nach vorne sehen, den Kopf aber herumzudrehen der Fessel wegen nicht imstande sind. Licht aber haben sie von einem Feuer, welches von oben und von ferne hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und den Gefangenen geht obenher ein Weg, längs diesem stelle dir eine Mauer aufgeführt vor, wie die Schranken, welche die Gaukler vor den Zuschauern sich errichten und über welche herüber sie ihre Kunststücke zeigen.

- Ich sehe es so vor mir, sagte er (Glaukon) -

Längs dieser Mauer, so stelle dir weiter vor, tragen Menschen allerlei Gefäße, die über die Mauer emporragen, und Bildsäulen und andere steinerne und hölzerne Bilder, aufs mannigfaltigste gearbeitet; einige, wie natürlich, reden dabei, andere schweigen.

- Ein gar wunderliches Bild, sprach er, stellst du dar und wunderliche Gefangene. -

Die aber uns gleichen, entgegnete ich. Denn fürs erste, meinst du wohl, dass dergleichen Menschen von sich selbst und voneinander etwas anderes zu sehen bekommen als die Schatten, welche das Feuer auf die ihnen gegenüberstehende Wand der Höhle wirft?

- Wie sollten sie, sprach er, wenn sie gezwungen sind zeitlebens den Kopf  unbeweglich zu halten! -

und wie steht es mit den vorbeigetragenen Gegenständen? Nicht ebenso?

- Was sonst? -

Wenn sie nun miteinander reden könnten, meinst du nicht, sie würden glauben, das, was sie sehen und mit Worten bezeichnen sei dasselbe wie das, was vorüber getragen wird?

- Notwendig. -

Und wie, wenn ihr Kerker auch einen Widerhall hätte von drüben her, meinst du, wenn einer von den Vorübergehenden spräche, sie würden denken, etwas anderes rede als der vorübergehende Schatten?

- Nein, beim Zeus, sagte er. -

Auf keine Weise also könnten sie irgendetwas anderes für das Wahre halten als die Schatten jener Kunstwerke?

- Ganz unmöglich. -

Nun überlege dir aber auch, wie die Lösung von ihren Fesseln und die Heilung von ihrem Unverstande natürlicherweise vor sich ginge, wenn ihnen folgendes begegnete. Stelle dir vor, es werde einer befreit und genötigt, plötzlich aufzustehen, den Hals umzuwenden, zu gehen und nach dem Licht hinzublicken, und dies alles täte ihm weh, und er wäre wegen des Flimmerns nicht imstande, die Gegenstände zu sehen, deren Schatten er vorher gesehen hatte. Was glaubst du, dass er sagen würde, wenn man ihm versichern würde, damals habe er lauter Nichtigkeiten gesehen, jetzt aber sei er dem Seienden näher, stehe vor Dingen, denen ein Sein in höherem Grade zukomme, und sehe daher richtiger, und wenn man ihm nun jedes der vorüber ziehenden Dinge zeigen und ihn nötigen würde, auf die Frage, was es sei, zu antworten, glaubst du nicht, dass er dann gänzlich in Verwirrung käme und, was er früher gesehen, für wirklicher halten würde, als was man ihm jetzt zeigt?

- Für viel wirklicher, sagte er. -

Und wenn man ihn gar in das Licht selbst zu sehen nötigte, würden ihm dann nicht die Augen schmerzen, und er würde fliehen und zu jenen Dingen zurückkehren, die er anzusehen imstande ist, fest überzeugt, diese seien in der Tat viel wirklicher als das, was man ihm zuletzt gezeigt hatte?

- Allerdings. -

Und, sprach ich, wenn man ihn mit Gewalt von dort durch den unwegsamen und steilen Aufgang schleppte und nicht losließe, bis man ihn an das Licht der Sonne gebracht hätte, wird er da nicht viel Schmerzen haben und sich ungern schleppen lassen? Und wenn er nun an das Licht  kommt und seine Augen vom Glanze völlig geblendet sind, von dem, was man ihm jetzt als das Wahre bezeichnet, wird er nichts sehen können von dem, was ihm nun für das Wahre gegeben wird.

- Freilich nicht, sagte er, wenigstens nicht sofort. -

Gewöhnung also, meine ich, wird er nötig haben, um die Dinge hier oben zu sehen. Und zuerst würde er die Schatten am leichtesten erkennen, hernach die Bilder der Menschen und der anderen Dinge im Wasser, und dann erst sie selbst. Und ebenso, was am Himmel ist, und den Himmel selbst würde er am liebsten in der Nacht betrachten und in das Mond- und Sternenlicht sehen, als bei Tage in die Sonne und ihr Licht.

- Wie sollte er auch nicht! -

Zuletzt aber, denke ich, wird er auch die Sonne selbst, nicht ihre Abbilder im Wasser oder anderwärts, sondern sie selbst an ihrer eigenen Stelle anzusehen und zu betrachten imstande sein.

- Notwendig, sagte er .-

Und dann wird er schon daraus den Schluss ziehen, dass sie es ist, die alle Zeiten und Jahre schafft und alles ordnet im sichtbaren Raume, und auch von dem, was sie dort sahen, gewissermaßen die Ursache ist.

- Offenbar, sagte er, würde er nach jener Erkenntnis auch zu dieser gelangen .-

Und wie, wenn er nun seiner ersten Wohnung gedenkt und der dortigen Weisheit und der damaligen Mitgefangenen, meinst du nicht, er werde sich selbst glücklich preisen über die Veränderung, jene aber beklagen?

- Ganz gewiss. -

Und wenn sie dort unter sich die Ehre, Lob und Belohnung für den bestimmt hatten, der die vorüber ziehenden Gegenstände am schärfsten sah und am besten im Gedächtnis behielt, welche von ihnen zuerst und welche zuletzt und welche gleichzeitig vorbeizuwandern pflegten, und daher also am besten vorhersagen konnte, was nun kommen werden, glaubst du, es werde ihn danach noch heftig verlangen und er werde die bei jenen Geehrten und Machthabenden beneiden? Oder glaubst du nicht, es werde ihm vielmehr gehen wie jenem homerischen Helden, und er werde viel lieber hier oben einem anderen unbegüterten Manne als Tagelöhner dienen wollen und lieber alles über sich ergehen lassen, als an jene Vorstellungen glauben und auf jene Weise leben?

- So, sagte er, glaube ich auch, er wird sich eher alles gefallen lassen, als so zu leben. -

Auch das bedenke noch, sprach ich. Wenn ein solcher nun wieder hinunter stiege und wieder seinen alten Platz einnähme, würden ihm nicht die Augen ganz voll Dunkelheit sein, da er so plötzlich von der Sonne herkommt?

- Ganz gewiss. -

Und wenn er wieder in der Begutachtung der Schatten wetteifern sollte mit denen, die immer dort gefangen gewesen, während es ihm noch vor Augen flimmert, und ehe diese wieder darauf eingestellt sind – und sich daran zu gewöhnen dürfte nicht wenig Zeit erfordern – , würde man ihn dann nicht auslachen und von ihm sagen, er sei mit verdorbenen Augen von oben zurückgekommen, und es lohne nicht, daß man versuche hinaufzukommen? Und wenn jemand versuchen würde sie loszumachen und empor zu führen, so würden sie ihn, falls sie seiner habhaft würden, wohl gar umbringen?

- Ganz gewiss, sagte er. -

Dieses ganze Bild nun, sagte ich, lieber Glaukon, musst du mit dem früher Gesagten verbinden, unseren mittels der Augen sichtbaren Aufenthaltsort dem Gefängnisse gleichsetzen und den Schein des Feuers darin der Kraft der Sonne; und wenn du nun das Hinaufsteigen und den Anblick der Dinge dort oben gleichsetzt mit dem Aufschwung der Seele in die nur mit dem Denken erfassbare Welt, so wirst du die Hoffnung nicht verfehlen, die ich hege, da du dies ja zu vernehmen begehrst; Gott aber mag wissen, ob sie der Wahrheit entspricht. Was also mir aufgegangen ist, ist dies:

Im Reich des Erkennbaren wird als Letztes und nur mit Mühe die Idee des Guten sichtbar. Hat man sie aber einmal geschaut, so ist der Schluss unabweisbar, dass sie für alle die Ursache alles Rechten und Guten ist, dass sie im Reich des Sichtbaren das Licht und seinen Herrn hervorgebracht hat, und sie auch im Reich des Denkbaren die Herrin ist, die Wahrheit und Vernunft verleiht, und dass auf sie schauen muss, wer in seinem persönlichen und im öffentlichen Leben rechtschaffen handeln will.

- Auch ich, sprach er, teile deine Meinung, so gut ich eben kann. -

Komm denn, sagte ich, teile auch folgende mit mir, und wundere dich nicht, wenn diejenigen, die bis hierher gekommen sind, nicht Lust haben menschliche Dinge zu betreiben, sondern ihre Seelen immer nach dem Aufenthalte dort oben trachten, denn so ist es ja natürlich, wenn sich dies nach dem vorher erzählten Gleichnis verhält.

- Natürlich, sagte er. -

Und wie? Kommt dir das wunderbar vor, fuhr ich fort, wenn jemand vom Anblick dieser göttlichen Dinge herkommt und nun, unter das menschliche Elend versetzt, sich nicht zurechtfindet und gar lächerlich erscheint, wenn er, solange er noch trübe sieht und ehe er sich nicht an die dortige Finsternis hinreichend gewöhnt hat, schon genötigt wird, vor Gericht oder sonst wo sich herumzustreiten über die Vorstellungen, die sich von diesen Dingen Leute machen, welche die Gerechtigkeit selbst niemals gesehen haben? …

Ich ging im Urwald so für mich hin
Und nichts zu suchen war mein Sinn
An jedem Urbaum, Blatt für Blatt
hing Urlaub – wie gut, dass man ihn hat!

Heinz Erhard

Faszinierend, was der Erholungssuchende so auf sich nimmt, um in den durchschnittlich 30 Urlaubstagen sowohl seine Arbeitskraft wieder herzustellen als auch seinen Herden- und Wandertrieb zu befriedigen. Wie es heißt, beginnt der Urlaub breits mit der Fahrt zum Urlaubsort. Er beginnt mit kilometerlangen Staus auf Autobahnen, stundenlangen Wartezeiten an Maustellen, Grenzübergängen, Tunneleinfahrten, Flughäfen und Bahnhöfen. Der Billig- und Pauschalreisende nimmt ein erstes Bad in der Menge und beteuert, dass er es genau so und nicht anders will.
Darüberhinaus schlagen bei Reisenden urzeitliche Gene durch, die bewirken, dass Mensch sich um Parkplätze und Strandliegen listenreich befehdet und beim Run auf das morgendlich Frühstücksbuffet ähnlich hohe Adrenalinspiegel zeigt wie der Steinzeitjäger an der Wursttheke. Willig zahlt er himmelhohe Preise für unterirdische Andenken und knipst, was der Mikrochip hergibt. Egal was vor die Linse kommt, es ist Beute, die man in der heimischen Höhle vorzeigen kann, außerdem dient sie der Erinnerung, wo man überhaupt die kostbarsten Wochen des Jahres verbracht hat. Besonders beachtenswert sind Urlaubsreisende, die, haben sie erst einmal eine Fremdhöhle gefunden, die ähnlich heimelig ist wie die eigene, für den Rest ihres “verdammt langen” Lebens immer wieder dorthin zurückkehren – Jahr für Jahr – in genau denselben Ort, in dieselbe Pension, ja sogar in dasselbe Zimmer. Das nennt man Reviertreue! Der Stammgast reagiert sogar mit Befremden, wenn plötzlich ein NEUER Gast auftaucht, oder andere altbekannte Gäste nicht gleichzeitig urlauben – sind Peter und Gudrun aus Wuppertal etwa krank? Eindringlinge werden beschnuppert und beobachtet und wehe sie passen nicht ins heile Weltbild. Dann war der Urlaub nicht so schön wie sonst und schuld waren die doofen Fremden – man muss mal mit Luigi sprechen, so geht das aber nicht.

Es ist auch erstaunlich, dass der durchschnittliche Bundesdeutsche noch genug Devisen zur Verfügung hat, um Traumschiffreisen, Tripps nach Fernost und seine Erstbesteigung des Kilimandscharo zu finanzieren. Man gönnt sich ja sonst nix und bucht zum halben Preis über die britischen Inseldiscounter. Für irgendwas muss der ungeliebte Job ja gut sein und überhaupt, wenn wir mal in Rente sind, geht es erst so richtig los, dann fahren wir im Konvoi per Wohnmobil durch Sibirien,  den wilden Westen und – Afrika duck dich, wir kommen – jawoll :-)

Gute Reise!

Beruf Künstlerin

Die Frau als Künstlerin
Malerinnen waren von Beginn an Außenseiterinnen in einer Männerdomäne, in der zwar angeblich nur das Talent zählte, die sich jedoch kaum entgegenkommend zeigte.  Es herrschte der Mythos vom Talent, daß sich durchsetzt. Niemand würde heute einer Sängerin oder Tänzerin die Berechtigung zur Ausübung ihres Berufes absprechen (werden doch Stücke und Opern speziell für Frauen und über Frauen geschrieben),  genausowenig wie es heute jemand einer Frau abspricht, wenn sie den Beruf Malerin wählt. Doch bis heute war es ein langer Weg.

Virginia Woolfe hat einmal gesagt:

„A room of ones own“

Ein Zimmer für sich allein, um konzentriert arbeiten zu können, sei die erste Voraussetzung um überhaupt Schriftstellerin werden zu können.  So ähnlich ist die Situation aller Frauen, die in anspruchsvollen und ungewöhnlichen Berufen arbeiten. Nicht nur in unserer Kultur waren und sind Männer und Frauen stark durch bestimmte Rollenerwartungen und eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung geprägt und eingeschränkt.

Doch es hat sie gegeben – die erfolgreichen, die berühmten Malerinnen, die es trotz allem verstanden sich durchzusetzen – es hat sie immer gegeben und es wird sie immer geben

Rückblick auf das Mittelalter

Im Mittelalter ist in der durch das Kloster bestimmten kulturellen Arbeit beides zu finden -  die Rollenverteilung einerseits und die Möglichkeiten zu künstlerischer Tätigkeit von hoher Qualität.  Allerdings waren Frauen von Bildhauerei, Steinmetzarbeit, Architektur und Bauarbeit überhaupt ausgeschlossen, ebenso von der „höheren Bildung“.  Bekannter waren in dieser Zeit die Frauen als Kunstförderinnen, denn sie waren es, die Bücher in Auftrag gaben und sammelten (Illustration und Illumination von Handschriften wurden u.a. von Nonnen ausgeführt)

Rollen und Vorurteile

Im 16. bis 18. Jahrhundert verschlechterte sich die Situation u.a. durch die Reformation, die durch die vermeintlich gottgewollte Rollenverteilung zwischen Mann und Frau jegliche Bildungsmöglichkeit einschränkte, die über häusliche Tätigkeiten hinausging. Und dennoch gab es in diesem Zeitraum Malerinnen und Grafikerinnen die als Mitarbeiterinnen im väterlichen oder brüderlichen Atelier die Möglichkeit hatten Kenntnisse zu erwerben.

Artemisia Gentileschi, Tintorettos Tochter Marietta Robusti, Rosa Bonheur, Judith Leyster.

Akademien

Außerhalb der Werkstattausbildung im familiären Betrieb gab es nur sehr eingeschränkte Ausbildungsmöglichkeiten – die Akademien waren den Frauen verschlossen. Im 18. Jahrhundert verändert sich langsam diese Situation. Frauen richteten in Frankreich private Kunstschulen ein und auch in den Büchern der Academie royale de Paris wurden zwischen 1751 und 1791 111 Künstlerinnen geführt. Trotzdem blieb ihnen noch vieles verwehrt – sie durften nicht an Anatomie- und Akt-Klassen teilnehmen (entscheidend für die Historienmalerei) Erst gegen 1850 änderte sich dies und es dauerte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bis eine Gleichstellung erreicht war.

1850 bis 1910

Die Kunstschulen und Universitäten öffneten sich nun auch für Frauen. Künstlerinnen hatten nun die gleichen Möglichkeiten der Ausbildung. Sie waren zwar nach wie vor darauf angewiesen, familiäre Erlaubnis und Unterstützung zu bekommen, hatten jedoch erstmals eine reelle Chance in der Öffentlichkeit anerkannt zu werden. Es entstand die erste Frauenbewegung.

Lernbedingungen:  sog. „Frauenklassen“, es gab keine strukturierten Lehrpläne, Frauen waren Kopistinnen, es gab reine Frauenkunstschulen mit Dozentinnen-Tätigkeit. Es gab erstmalsVeröffentlichungen, Romane über Künstlerinnen und Medienruhm. Das weibliche Künstlertum war exotisch faszinierend und eignete sich für die Zurschaustellung, es gab erste Netzwerkgedanken und Künstlerinnenzirkel.

1910 bis 1970

Im 20. Jahrhundert konnten Künstlerinnen Karriere machen. Wenngleich Ablehnung, persönliche Umstände und die verinnerlichte Frauenrolle sie davon immernoch abhielten, hatten sie dennoch die Möglichkeit zur Berufsausübung.  Selbst wenn sie nicht unbedingt Karriere machten, so ergriffen sie doch nach dem Schulabschluss einen Beruf. Frauen studierten an den gleichen Kunstschulen wie Männer, zeichneten Akte, nahmen an Wettbewerben teil, gewannen Preise, erhielten Stipendien, verkauften ihre Arbeiten und beteiligten sich am künstlerischen Geschehen. Sie vertraten ihre Länder in internationalen Ausstellungen und nahmen Aufträge an.

Eileen Agar, Isabel Bishop, Grace Hartigan, Barbara Hepworth, Frances Hodgkins, Käthe Kollwitz, Alice Nell, Georgia O´Keeffe, Ethel Walker, Meret Oppenheim

Oberflächlich gesehen gab es zwischen Künstlern und Künstlerinnen keine Unterschiede mehr, wenngleich Frauen mit Problemen kämpften, denen sich Männer nie gegenübersahen.  Sie waren in erster Linie Frauen. Die Machtstrukturen waren immernoch männlich dominiert – Kunstschulen waren unter männlicher Leitung – Männer erteilten Aufträge – Männer wurden protegiert – Kritiker waren Männer – Museen wurden von Männern geleitet.

Nach wie vor regierte das Vorurteil, den Studentinnen mangele es an Originalität und Ernsthaftigkeit … und sie würden ja sowieso heiraten (bis in die 60er Jahre). Ein weiteres Vorurteil war, dass Frauen nur deshalb in Ausstellungen schwächer vertreten waren und ihre Arbeiten weniger in Büchern abgebildet seien, weil sie nicht genug Interesse zeigten, sie nicht fähig seien ihre Kreativität von der Mutterschaft auf die Kunst umzuleiten, weil sie sich nicht durchsetzen könnten, und weil sie einfach nicht gut genug seien.

Viele widersprüchliche Ideen existierten nebeneinander

- dass Talent geschlechtslos sei und sich immer durchsetzt
- dass die Kreativität der Frau sich aufs Gebären beschränkt.
- Das Unbehagen war jedoch unterschwellig – es blieb unausgesprochen – latent, aber dennoch spürbar
- Ein „richtiger“ Künstler war eben ein Mann – vital, exzentrisch, regelbrechend, mit einem weiblichen Modell.
- Feminismus und Solidarität waren out – niemand pries ein Werk nur weil es von einer Frau war
- Nach wie vor mussten Frauen hart um die „Erlaubnis“ kämpfen, Kunst studieren zu dürfen
- Oder sie wurden gefördert weil eine Frau eben Unterstützung braucht…

Es gab weit mehr männliche Dozenten, die die Bemühungen der Studentinnen unterminierten, als solche die sie unterstützen. Wenn ein Lehrer einen begabten Schüler förderte und eine begabte Schülerin verführte, wurde das als Lebenstatsache angesehen, nicht als sexistisches Verhalten. Wenn eine Frau dann tatsächlich Kinder gebar und eine Falmilie gründete, galt das als Bestätigung für ihren Mangel an Durchhaltevermögen. Den Frauen, die sich durchsetzen wollten blieb nur, dieses Verhalten zu ignorieren und einfach ihren Weg zu gehen. In der Avantgarde-Bewegung fanden sich einige aussergewöhnliche Frauen

Gabriele Münter, Meret Oppenheim, Leonora Carrington Zitat, Hannah Höch, (Alexandra Exter, Lyubow Popova, Olga Rozanova – Russische Avantgardistinnen)

Hierbei waren immer auch die Kontakte zu den avantgardistischen Malern förderlich
- Gabriele Münter lebte mit Wassily Kandinsky
- Hannah Höch gehörte zu den Dada-Künstlern (gegründet nach dem 1. Weltkrieg auf der Grundlage von Pazifismus und anarchischem Expressionismus)und lebte 7 Jahre mit Raoul Hausmann
- Männliche Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung ist ein Element der bildenden Kunst, erst wenn eine Frau beteiligt ist, wird die Begünstigung als solche gesehen und angelastet – geht es um einen Mann, wird kein Aufhebens darum gemacht.

Die Ausbildung und die Öffentlichkeit, die die neuen Kunstbewegungen nun hatten, ermöglichten den Frauen aktiv Anteil zu nehmen, sie waren in jedem Gebiet der Bildenden Kunst vertreten.
(Dadaismus; Neoprimitivismus; Kubismus; Futurismus; Suprematismus; Konstruktivismus; Surrealismus)

Im Surrealismus brachen die Frauen ebenso wie die Männer mit moral-gesellschaftlichen Tabus, wobei sich feststellen ließ, daß dies den Männern keineswegs gefiel. Ein Mann mit mehreren Frauen war anerkannt, eine Frau, die das gleiche tat, verpönt. Andererseits bot der Surrealismus den Frauen gleichberechtigte Möglichkeiten, denn die Malerei war ein Instrument der poetischen Vorstellungskraft.

Sie stellten z.B. eine durch ihr Geschlecht geprägte Version des Surrealismus vor. Sie nutzten die Kraft der Metaphorik um ihre komplexesten und schockierendsten Gedanken und Gefühle auszudrücken. Insoweit war der Surrealismus  relativ frauenfreundlich (Meret Oppenheim – Lunch in furs). Der abstrakte Expressionismus der 1940er war dies nicht!
Wieder herrschte das Bild des egomanen, tabubrechenden, schwitzenden, eimerweise Farbe verspritzenden männlichen Künstlers mit T-Shirt und starken Armen. Erst nach Abflauen der Aufgeregtheit dieser männlichen Enklave, bekamen Frauen ihre Chance. (Grace Hartigan; Helen Frankenthaler)

Wobei Helen Frankenthaler zunutze kam, daß sie ausgezeichnete Beziehungen zu führenden Kritikern der Zeit (Clement Greenberg – formalistische Kritik) und Zugang zu Zirkeln von Jackson Pollock und Willem de Kooning hatte. Wiederum ein Beweis für die vorteilhafte Beziehung zwischen Lehrer und junger Schülerin, oder zwischen berühmtem Meister und Lehrling. Alice Neel reagierte auf den institutionalisierten Sexismus:

“Ich habe die Frauenbefreiung immer gebraucht. Ich hatte sie in mir, aber da draußen überrannten mich all diese Leute, obwohl ich als Malerin wesentlich besser war.“
Sie kämpfte jedoch nicht, sondern ließ sich 1958 psychologisch beraten, wie sie ihre Werke der Öffentlichkeit vorstellen könnte.

Der Widerspruch dieser Zeit war, daß Talent einerseits als geschlechtslos galt, Frauen aber andererseits ständig gefragt wurden, ob sich ihre Kunst von der der Männer unterscheide. Meist wurde von den Frauen jeder Unterschied bestritten. Sonja Delauney auf diese Frage: „Ich sehe da keinen Unterschied. Es gibt gute und schlechte, genau wie bei den Männern.“ Das Thema „Verschiedenheit der Geschlechter“ war nicht totzukriegen. Barbara Hepworths (verzweifelt): „Ich habe nie verstanden, warum das Wort weiblich als Kompliment für das eigene Geschlecht gilt, wenn man eine Frau ist, aber auf alles andere angewandt eine negative Bedeutung hat. Die weibliche Sichtweise ist zur männlichen komplementär.“  Sie wagte die Behauptung, dass ihre Herangehensweise in der Bildhauerei teilweise ihrem Frausein zuzuschreiben sei.

„…weibliche Erfahrung hat einen großen Anteil an der Wahrnehmung von Formen….viele Ideen entspringen einer innerlichen Vorstellung von Form…dann berührt mich nicht so sehr, das was ich sehe, sondern das was ich fühle…“

Manche Frauen machten Frauen zu ihrem Sujet

  • Hannah Höch kritisiert Luxusleben, Schönheitsideale, Frauenrolle.
  • Alice Neel faszinierten schwangere Frauen – sie malte sie nackt.
  • Isabel Bishop malte berufstätige Frauen.
  • Käteh Kollwitz bildete das Leid und das Heldentum der Frauen ab.
  • Grace Hartigan versuchte die Beziehung zwischen Frauen und dem Rhythmus der Natur darzustellen.

Ebenso hartnäckig wie das Vorurteil gegen Amateurinnen hielt sich auch die Vorstellung, Frauen müssten nicht für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Sonja Delauney verlor in der russischen Revolution ihr Vermögen und verdiente 20 Jahre lang für ihre Familie (Ehemann und Sohn) mit Textildesign den Lebensunterhalt. Ethel Walker versuchte ständig sehr selbstbewußt, ihre Arbeiten zu verkaufen – wenn nötig auch mit viel Eigenlob und Hinweis auf Fremdlob – wer sollte sonst die Rechnungen bezahlen?

Familie

Allen Frauen gemeinsam ist, daß – anders als bei Männern – eine Eheschließung und Kinder die Fortsetzung der Karriere erst einmal in Frage stellt. Die Künstlerinnen bemühten sich zu beweisen, daß die familiären Verpflichtungen keinen Einfluß auf ihre Arbeit hatten. Barbara Hepworth und Käthe Kollwitz widmeten einige Arbeiten explizit ihren Kindern. Dies ist wiederum ein Beweis dafür, daß es wohl nötig war, die allgemeine, unterschwellige Meinung wenigstens zum Schein zu widerlegen, dass Frausein, Mutterschaft, Ehe und Künstlertum nicht vereinbar seien.

Öffentlichkeit

In zunehmendem Maße war es den Frauen möglich, aber auch nötig, um bekannt zu werden sämtliche Mittel der Publikation zu nutzen, sei es durch eigene Artikel in Kunstzeitschriften, durch Kataloge, Verfassen von Manifesten, Gründung von Gruppierungen, Dokumentationen und andere Veröffentlichungen, denn in diesem Zeitalter bestimmten zunehmend Zeitungen darüber, wer bekannt wurde und wer nicht. Es war wichtig geworden, die Kunst wie einen Markenartikel der Öffentlichkeit einzuprägen. Mittlerweile gab es auch weibliche Kunsthändler und Galeristinnen, die der Frauenkunst wohlwollend gegenüberstanden.

Die 60er Jahre

Die 60er Jahre führten zu einer vermehrten Verunsicherung der Frauen. Trotz vordergründiger Gleichberechtigung, sahen sie die Widersprüche deutlicher als je zuvor – es galt nach wie vor die männliche Dominanz als Norm. Dies führte zum einen zu Verhaltensweisen wie der Verleugnung der eigenen Weiblichkeit, als Frau eben anders zu sein als gewöhnliche Frauen, Rücksichtslosigkeit und Macho-Gebahren… Der Feminismus winkte.

1970 und später

Nun begannen die Frauen, die Spielregeln selbst zu ändern.

Jennifer Bartlett, Judy Chicago, Mary Kelly, Miriam Shapiro, Faith Ringgold, Louise Bourgeois, Kiki Smith, Jenny Saville, Tracy Emin, Sophie Calle, Janine Antonioni, Marina abramovic, Sylvia Sleigh, Cindy Sherman, Rachel Whiteread, Mona Hatoum, Susana Solano,

Nachdem ihr klar geworden war, daß sie bisher nur Anerkennung gefunden hatte weil sie ihre weiblichen Vorstellungen von Form und Inhalt verdrängt hatte, gründete Judy Chicago gemeinsam mit Miriam Shapiro (1972) das Womanhouse. In einem beispiellosen feministischen Kunstprojekt wurde nach spezifischen weiblichen Ausdrucksformen und Problemstellungen geforscht und gearbeitet. Die Frauen beschäftigten sich mit z.B. folgenden Problemen:

- chauvinistische Einstellungen im Alltag und innnerhalb der Strukturen von Kunsthandel und Ausstellungen
- die männliche Welt der Kunst mit ihren Instituionen, Sichtweisen, Überzeugungen und Werte
- Gegen das Klischee, das Talent habe kein Geschlecht (denn das hatte nicht zur Gleichberechtigung geführ)
- Jahrhundertealte parteiische Behauptungen (Mangel an Ernst, Schwäche, mang. Durchsetzungsvermögen)

Der Feminismus bot nun ein klares Ziel – den Kampf gegen die bestehenden Regeln

Es war jedoch keineswegs unumstritten innerhalb der feministischen Bewegung, woran es denn nun läge, daß Frauen nach wie vor unterrepräsentiert waren, obwohl sie mittlerweile mehr als die Hälfte der Studenten an den Kunsthochschulen stellten. War es so, daß frauenfeindliche Institutionen ihr Fortkommen verhinderten? Oder lag es an ihren eigenen verinnerlichten Einstellungen? Wie dem auch sei – die Bewegung löste erstaunliche Neuerungen aus. Die Künstlerinnen scheuten sich nicht mehr, Gefühle zu verletzen. Die offensichtlichen Ungerechtigkeiten rückten ins Bewußtsein der Öffentlichkeit. Die offen ausgesprochenen Fragen und Ideen stärkten das Selbstbewußtsein und die Frauen beschäftigten sich mit Aspekten der Kunst, die für Frauen von Interesse waren.

Themen der feministischen Kunst:
Ethnische Identität, Sexuelle Orientierung (z.B. Lesbierinnen), Sozialismus, Frauentypische Krankheiten, Fixierung auf Diät und Figur, Sex, Haushalt und Mutterschaft (praktische, nicht ideelle Prägung), Tabus wie Menstruation, Traditionell „weibliche“ Materialien (als Anspielung auf Rollenklischees), Weiche Skulpturen, Stoffe, Strick- und Näharbeit, Miriam Shapiro – erfand die „Femmage“ (feministische Version der Collage – Kombination aus Stoff und Malerei),  Faith Ringgold – Stoffapplikationen (Geschichte der afro-amerikanischen Frau), Ihre Performancekunst beschäftigte sich mit den unbewußt gespielten Rollen und Verhaltensmustern – Sie schrubbten die Fußböden der Galerien – Kochten in Zeitlupe – Oder in endloser Wiederholung der immergleichen Tätigkeit – Sie traten nackt auf um den weiblichen Körper aus der traditionellen Betrachtung des künstlerischen Akts herauszulösen. Louise Bourgeois verdankt einen großen Teil ihres Erfolges der feministischen Bewegung (nicht zuzuordnende Installationen, Skulpturen und Zeichnungen) Die feministische Kunst sprach ein Publikum an, das immerhin aus der Hälfte der Bevölkerung bestand

Kunst von Frauen für Frauen…

Sie versuchten den Traum einer weiblichen künstlerischen Gemeinschaft zu verwirklichen. Es wurden Galerien von Frauen für Frauen gegründet, die „weibliche“ Kunstgeschichte wurde erforscht und in Kursen weitergegeben, den Frauen wurden Räume für ihr eigenes Kunstschaffen zur Verfügung gestellt, Kritikerinnen beschäftigten sich ausschließlich mit Werken von Künstlerinnen.  Obwohl in den eigenen Reihen nicht unumstritten – leben wir dann in einem Frauenstaat?- hatten die Theorien enorme Resonanz auch bei Kuratoren und Kulturkritikern, denn sie boten Nahrung für den Hunger nach Sensationen

Besonders zu würdigen ist das Bestreben nach Dokumentation von Leben, Werk und Konzeption von Künstlerinnen und die Überprüfung der Kunstkritik auf Unfähigkeit zur gleichberechtigten Behandlung von Künstlerinnen, dieses Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Diese Forschungen haben dazu geführt, daß wir heute wissen, welche Schwierigkeiten die Frauen hatten und haben.  Sie beleuchteten auch die Affekte, die diese Hemmnisse im Werke der Künstlerinnen widerspiegelt - Artemisia Gentlieschi – Rachekunst, Frida Kahlo – Chronik des Schmerzes

Leider führete das aber auch dazu, daß in keiner Künstlerinnengeschichte das leidvolle Element fehlen durfte, dass es zu einem delightfull horror wurde, einem genüsslichen Entsetzen.

Dabei wäre es auch wichtig zu betonen, daß es die andere Seite gab und gibt:

  • Die Freude am Erfolg
  • Die Stärke und Durchsetzungskraft
  • Die Unterstützungen
  • Der Beifall
  • Die Befriedigung durch die eigene Arbeit
  • Das Selbstbewußtsein und der unerschütterliche Wille,
    ihren eigenen Weg zu gehen – komme, was da wolle!

Denn beide Seiten haben recht – Frauen stehen miteinander im gleichen Wettstreit wie Männer, sie erleben gleichermaßen Freude und Frust. Es gab Frauen, die sich weigerten für die feministische Theoriebildung herzuhalten.

Zitat Bridget Riley:

„Ich möchte nicht leugnen, dass die Gesellschaft jemanden der Künstler und zugleich Frau ist, mit besonderen Problemen konfrontiert. Meiner Meinung nach sind diese jedoch im Schwinden begriffen, und außerdem haben nur wenige männliche Künstler die entsprechenden physischen und sozialen Probleme umgehen können, z.B. Armut, Krankheit, verständnislose Ehepartner, Alkoholismus, räumliche Isolation usw. Auf Künstlerinnen bezogen, erscheint mir die Frauenbefreiung als naive Vorstellung. Sie setzt Ziele, die in diesem Kontext ziemlich absurd sind. In unserer heutigen Zeit können Künstler, die zufällig Frauen sind solche Hyterie ebenso gut gebrauchen wie ein Loch im Kopf.“

Auch Georgia O´Keeffe war nicht erbaut davon in die verletzte weibliche Ecke gestellt zu weren (auch wenn es Frauen taten), hatte sie doch ein Leben lang dafür gekämpft, daß ihre Kunst nichts damit zu tun hat.

Wie dem auch sei, die Geschichte musste möglicherweise so sein, denn all das hat dazu geführt, daß Frauen in einer männlich dominierten Welt den Kampf für ihren eigenen Weg aufgenommen haben. Einen Weg, den sie heute noch immer gehen und wohl auch nie mehr verlassen werden.

Quellen:
GEDOK Gestern und Heute „Kontrapunkt“ 1992 – Dokumentation zum 50. Todesjahr der Gründerin Ida Dehmel
Frances Borzello – „Ihre eigene Welt“ – Frauen in der Kunstgeschichte
Renate Berger „Und ich sehe nichts, nichts als die Malerei“
Klaus Honnef – Kunst der Gegenwart
ZKM – Kunst der Gegenwart

“Ich wünsche für alle Menschen den Weltfrieden!” sagte die Schönheitskönigin, lächelte und hatte keine Ahnung wovon sie sprach.  Im Allgemeinen bedeutet Frieden die Abwesenheit von Konflikt, so wie Gesundheit die Abwesenheit von Krankheit ist. Das legt nahe, dass der Begriff als solcher keine feste Kontur hat, sondern einen Prozess beschreibt. Die friedensbewegten Geister dieses Planeten sind fortwährend bestrebt die Möglichkeiten von Kriegen und repressiven Einflüssen zu verhindern. Man verhandelt, man protestiert, man demonstriert, man vermittelt, unterschreibt Petitionen, man klagt an (anprangering), legt lahm bis hin zu Sabotage und kämpft den Kampf des Don Quichote gegen übermächtige Windmühlen. Erreichen werden wir den erstrebten Zustand nie.  Die esotherisch-religiöse Variante beinhaltet die Selbstreflexion und hat die Gelassenheit im Umgang mit Konflikten zur Maxime: “Mach dein Ding und kümmer dich nicht drum, dann hast du inneren Frieden.”  :-) – auch nicht schlecht!

Damit sind Konflikte jedoch nicht aus der Welt zu schaffen, es gibt sie und es wird sie immer geben. Es scheint eine innere Notwendigkeit zu sein, ohne die der Begriff Frieden sich in Luft auflöst. Wenn die Schönheitskönigin inneren und äußeren Frieden wünscht, wie muss sie das formulieren? Wie fühlt sich dieser Zustand an? Wie sieht er aus? Was hört, riecht, schmeckt und tut sie? Haben alle subjektiven Wünsche und Vorstellungen eine kollektive Schnittmenge? Ist alles Friede, Freude, Eierkuchen? Wohl kaum.

Es läuft auf einen Balanceakt hinaus, denn die Friedens- und Glücksvorstellungen jedes Einzelnen, jedes Kollektivs, jedes Staates sind nicht über einen Kamm zu scheren, wenngleich totalitäre Systeme das gerne so hätten – einfacher wird es dadurch jedoch nicht.

Atelier Karola Hinckel Langstraße 3 – 65558 Gückingen – Tel.:06432-801199

FERIEN-WORKSHOP 2010

für Anfänger und Fortgeschrittene

Mo 12. bis Fr 16. Juli 2010
10.30  – 15.00 Uhr

An diesen 5 Tagen beschäftigen wir uns mit dem Spielerischen in der Malerei. Von der Skizze über Prinzipien des Bildaufbaus, der Farbenlehre und malerische Techniken bis zu Experimenten tauchen wir ein in die Welt der Kreativität. Die Individualität der Teilnehmer sorgt für garantiert überraschende, spannende und interessante künstlerische Ergebnisse.

Technik: Wir arbeiten sowohl mit konfektionierten Farben als auch mit Bindemittel, wie Acryl und Eitempera und Pigmenten. Mischtechniken erweitern die Möglichkeiten.
Motive:
Ausgehend vom Motiv – z.B. Gesicht, Figur, Landschaft – begrenzen wir die Zahl der Bildelemente und befreien die Farbe von der Form
Theorie:
Damit wir auch erreichen, was wir uns vorstellen helfen uns die Prinzipien des Bildaufbaus, die so genannte Kompositionslehre, die Farbenlehre und viele Tipps und Tricks.

200,– €/20 Std.  inkl. Farben und Pigmente, zuzüglich Malgründe

Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Kaffee und Wasser werden gestellt.

Anmeldungen: Tel.:  06432-801199  oder  info@kh-art.de

Zeichnen und Lockerungsübungen

  1. Ohne Absetzen (One-Line-Drawing)
  2. écriture automatique (Option)
  3. Minutenbilder (nach Fotos)
  4. Mess painting
  5. Closed eyes painting
  6. Auf dem Kopf

Maltechniken

  1. Acryl, Ei-Tempera,
  2. Mischtechniken
  3. Monotypie
  4. Übermalung, Schichtenmalerei
  5. Pinsel, Spachtel, Hände, Wischen, Schütten, Kratzen

Themenfindung (Beispiele)

  1. Begrenzung (2 Farben, Duktus, Linie, Collage)
  2. Stimmungen (Farbübungen)
  3. Figur und Gesicht (Schichtenmalerei)
  4. abstrakte Landschaft (Collage)
  5. Freie Abstraktion (alle Techniken)

Kunsttheorie – Farbenlehre – Kunstgeschichte

  1. Kompositionsprinzipien: Format, Zwischenräume, Asymmetrie
    Anzahl, Fläche und Linie, Vordergrund, Hintergrund
  2. Farblehre: Primär-, Sekundär-, Komplementärfarben, farbiges Grau
  3. einfache Farbklänge, Mischen impossible, Aufhellen und Abdunkeln
  4. Beispielbilder: Josef Albers, Kandinsky, expressionistische und impressionistische Farbklänge
Ferienwohnung im Künstlerhaus

info@ferienwohnung.hinckel.net

http://ferienwohnung.hinckel.net

Wir lesen immer wieder einmal von diesen Wohltätigkeitsveranstaltungen, zu denen der handverlesene, europäische Alt- und Geldadel zusammenfindet um bei einem auserlesen üppigen Festbankett Kröten für hungernde Kinder der so genannten 3. Welt zusammen zu fressen.

Königin Sylvia isst für den Frieden

eine Komposition in Ess-Moll für Taktmesser, Stimmgabel und Alt

Komponiert von Ernst Derlage

Als Aperitif genehmigen wir uns einen Prosecco,
dann folgt sogleich der Amuse greul

Der Erste Gang, die Vorspeise

ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄSSen

antipati extremisto al dictatori
Zu Talibananencocktail
An Eierhandgranatapfel
Danach gibt es eine
Serbische K-FOR Suppe Auf Tellermine, scharf

Dazu empfehlen wir eine Amselfeldflasche Jahrgang 1998

Nix verschlabbert – nix verschütt – Guten Appetit!
Was tut man nicht alles für einen guten Zweck, nicht wahr George,
reich mir doch bitte noch ein paar blaue Böhnchen im Speckmantel!

Dem Ersten folgt sodann der Zweite, die Hauptspeise

eeeeeeeeeeeeeesseeeennnn!

Al dente
Über friendly fire zart gegarte
Mittelstreckennachtflugente
Auf Bombenteppich
Mit Sprengkopfsalat
Reingelegtes Ledernackenkotelett
In Torpedofett am Sperrfeuer gegrillt
Dazu Zilvilistenleber und
Kindergekröse am Grenardierspieß

Hierzu empfiehlt das Haus eine Flasche 1999er Liebfrauenmilch Kosovoextremlage

Mir hat man noch beigebracht alles aufzuessen, weil in Afrika die Kinder verhungern

Nach dem Zweiten folgt sogleich der Dritte, das Dessert

Subito Espresso

ISSISSISSISSISS

Agent Orange Sorbet am Napalmbett
mit Granatsplittern garniert
und Rotkreuzritterblockadeschokolade
an Tutsiparfait

dazu als absolutes Highlight empfehlen wir unbedingt einen doppelten Suicidkommandoshake Skyscraper in Big Apple

Zum Abschuss noch einen Amaretto religioso, Amore mio?

Dann wird die letzte Schlacht geschlagen
Denn Kriege gehen auf den Magen
Vor dem Bauch sind alle gleich
Ob arm, ob reich
Ob hart, ob weich
Kein Geld ist zu schade
Keine Suppe zu fade
Fade    Fade    Fade  Fade
Dann gibt es hienieden
Nur noch FRIEDEN!
FRIEDEN!
FRIEDEN!
FRIEDEN!

Karola Hinckel überarbeitete Version 2006-03-30

Dialog zur demografischen Entwicklung Deutschlands

Kammerspiel

Akteure:
Die Herrenmenschin
Die Mutti

Bühne abgedunkelt, spot auf einen winzigen Caféhaustisch an dem zwei Frauen sitzen und aneinander vorbei reden.
Die Herrenmenschin, im Businessanzug elegant, demagogisch fanatisch gestikulierend – laut
Die Mutti im Schlabberhemd und Birkenstocks mit hoher Stimme, albern und naiv, schleppend

HM:   Schluss mit der Volksverdummung! Der Volkskörper der Frau an sich ist gebärfreudiger denn je – nur die Hetzkampagnen der subversiven so genannten liberalen Emanzipations- Guerilla infiltrieren unser Denken mit Desinformation!

M:     Jetzt darf ich aber auch mal was sagen – gell! Ich finde Babys sooo süß.

HM:   Das ist natürlich vollkommener Blödsinn – nur eine feste Hand vermag die kranke Nation zu gesunden!

M:     Und ich finde auch Mami Sein total süß.

HM:   Zurück in den Bauch! Zurück an die Mutterbrust!

M:     Ein Baby unter dem Herzen zu tragen ist doch echt voll die Erfüllung.

HM:   Gebärzwang und Verabreichung der obligatorischen Fruchtbarkeitspille an ALLE!

M:     Und die süßen Papis mögen es doch so sehr, wenn wir die süßen Babys stillen. Die Papis stillen wir auch gleich mit

HM:   Herr Pisa und Konsorten verkennen völlig, dass die Lösung des Bevölkerungsproblems lediglich in der Umverteilung der Ressourcen liegt.

M:     Wir haben uns doch alle so total lieb

HM:   Arbeit für alle Kinder Deutscher Nation ab dem 4. Lebensjahr;

M:     Was gibt es schöneres als einen so total lieb zu haben

HM:   Zwangsheirat mit 12 Jahren

M:     Ich nehme gerne jeden Morgen meine Fruchtbarkeitspille und mein Süßer auch – Und dann – hopp zurück in die Heia – Und heia poppeia haben wir ein neues total süßes Hosenscheißerlein gemacht

HM:   Gebärprämien ab dem 3. männlichen Nachkommen

M:     Jawoll – Und Papa Staat gibt uns für jedes süße Babylein ein nettes Sümmchen – davon kaufen wir dann Windelchen und Höschen und Breichen und Schulheftchen

HM:   Sanktionen für Familien mit keinem oder nur einem Kind Ausweisung der unfruchtbaren Frauen!

M:     Und wenn mein erstes Mädchen groß geworden ist – dann bekommt es auch gleich ein eigenes süßes Baby und hilft der Mami in der Küche und wir sind eine total glückliche Familie

HM:   Umerziehungsmaßnahmen für uneinsichtige gebärfähige Frauen Deutscher Nation – Einführung des Konkubinats – der herrliche männliche Volkskörper ist zu schade für nur eine Frau – breite Samenstreuung ist Regierungsauftrag.

M:     Und der total süße Papi sitzt echt glücklich gemütlich im Wohnzimmer bei seinem Bierchen. Und wenn er dann wieder sein Pillchen genommen hat –  heia poppeia

HM:   Klonen wir die edelsten Köpfe und Körper  – vermehren wir UNS – werden wir endlich wieder was wir schon immer schon sein wollten –GROSS!

M:     Und einmal im Monat geht er dann zum Amt für Familienplanung und holt sich seine Prämie. Davon kaufen wir dann für die Oma und den Opa eine total süße Feuerbestattung. Wie habe ich gelitten, dass MEINE ELTERN  nur 1 Kind hatten – was für ein armseliges Leben – gell? – dann sollen sie es wenigstens nach dem Tode – also ab 67 so richtig warm und gemütlich haben.

2007-04-09

Ich erinnere mich noch an das Sommersemester 1995,  am Fachbereich Bildende Kunst/Kunsttheorie wurde heftig diskutiert ob Christos Verhüllung des Reichstagsgebäudes in Berlin Kunst sei oder nicht. Man sprach davon, dass es sich lediglich um ein Mega-Event handele, eine Art Volksbelustigung ohne tieferen Inhalt. Der Bundestag entschied nur knapp dafür und das nach 24 Jahren, in denen Christo immer wieder und unermüdlich dieses Projekt durchzusetzen versuchte. Der Mythos Reichstag sei in Gefahr, ein nationales Denkmal würde entweiht und was nicht alles waren die Bedenken gegen das Projekt. Christo finanziert seine Projekte grundsätzlich selbst durch die Verkäufe seiner Skizzen, Entwürfe, Vorstudien und Fotografien, sodass dieses Argument auch entfiel. Die Stadt Berlin verhielt sich äußerst zurückhaltend was die “Vermarktung” dieses Events betraf.
Wie dem aus sei, die Fachwelt, die Politik und das “Volk” waren in zwei Lager gespalten – Pro Christo und Anti Christo :-)
Und dann geschah ein kleines Wunder, mit offenen Mündern und voller Entzücken bestaunten die Besucher dieses verhüllte Gebäude. Wie ein riesiges Juwel glänzte es im Sonnenschein – kein Gebäude voll schwerer Geschichtslast, sondern eine Skulptur aus schimmernder Folie, umspielt von barockem Faltenwurf – ganz Form und Wirkung. 14 Tage lang feierte “das Volk” ein fröhliches Fest rund um diesen Monolithen der deutschen Geschichte – und alle Zweifel waren wie weggeblasen. Mögen sich die Bedenkenträger, die ewig nörgelnden Kritiker, die Berufsverhinderer, die Kleingeister und Selbstdarsteller ein Beispiel für die Zukunft nehmen und ihre erhobenen und besserwisserischen Zeigefinger in der Hosentasche lassen :-) . Ob etwas Kunst ist oder nicht, weiß niemand mit Sicherheit im Voraus – das entscheidet die Zeit allein.

Beleuchten wir doch einmal diese Begriffe auf der Ebene des gesunden Menschenverstandes. Teilhabe bedeutet eine Partizipation und Integration des Menschen an sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Vorgängen. Diese Partizipation beinhaltet die Einflussnahme des Einzelnen auf das Ganze und impliziert sein Engagement für alle Belange des Lebens zum Wohle aller. So weit , so gut – was ist jedoch Vermögen? Im Wortsinne vermag Vermögen zu ermöglichen. Damit ist nicht nur  das monetäre Vermögen gemeint, sondern weit wichtiger ist  das persönliche Vermögen. Was ist damit gemeint? Talente, Fähigkeiten und die Möglichkeit, diese zu entwickeln , zu vervollkommnen und in den Dienst der Gemeinschft zu stellen sind das persönliche Vermögen eines Menschen. Das Vermögen des übergeordneten Regulierungsorganes, sprich Staat, sollte es sein, seinen Bürgern die Möglichkeiten zu geben an oben genannten Prozessen teilzuhaben, die Urteilskraft, das Wissen und Potenziale zu leben und somit zu einem gesunden und lebendigen Sozialleben beizutragen.

Im Idealfall bringt das Zusammenspiel der Faktoren Vermögen und Teilhabe Menschen hervor, die mündig und selbstverantwortlich durch klare Vernunfturteile ihre persönlichen Interessen in Bezug auf die  Interessen der Allgemeinheit abwägen und somit dazu beitragen, das menschliche Zusammenleben im Kleinen wie im Großen, beginnend in der Familie bis hin zur übergeordneten Staatsform, aktiv zu gestalten.

Das wäre das Ende der Politikverdrossenheit, denn der Einzelne entscheidet mit seinem freien Willen und trägt auch die Verantwortung. Das wäre das Ende der sozialen Ungerechtigkeit, denn der Staat ist in diesem Falle die Summe der Einzelnen und trägt somit die Verantwortung für die Ermöglichung der Teilhabe.

somewhere deep in space a star is borne

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